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23.07.2020 SIKA: Trotzt Corona-Krise mit Wachstum von 2.9% in Lokalwährungen

Trotz der starken Auswirkungen der Corona-Pandemie konnte der Konzern den Wachstumskurs im ersten Halbjahr 2020 fortsetzen und eine Umsatzsteigerung von 2.9% in Lokalwährungen auf CHF 3’614.6 Millionen erzielen. Ein starker negativer Währungseffekt von –6.1% führte zu einem Umsatzrückgang in Schweizer Franken von –3.2% (was rund CHF 225 Millionen entspricht). Der Akquisitionseffekt hat mit 13.4% zum Wachstum beigetragen. Das organische Wachstum war mit –10.5% im ersten Halbjahr rückläufig. In den Monaten März, April und Mai wurden die Geschäftsaktivitäten in nahezu allen Ländergesellschaften durch die Corona-Pandemie beeinträchtigt. Im Juni verzeichnete Sika erstmals seit Februar wieder ein positives organisches Umsatzwachstum, als in vielen Ländern die Lockdown-Phasen beendet oder die Einschränkungen signifikant reduziert wurden, es zu einer Normalisierung der Geschäftsaktivitäten kam und die Dynamik im Bausektor wieder anzog.

Paul Schuler, Vorsitzender der Konzernleitung: "Rund 35 der 100 Länder, in denen Sika präsent ist, befanden sich im ersten Halbjahr rund zwei Monate lang im vollständigen Lockdown, und auch der Geschäftsverlauf der restlichen Länder wurde durch die Pandemie stark beeinträchtigt. Mit unserer lokalen Managementstruktur haben wir uns weltweit schnell an die veränderten Marktbedingungen in den jeweiligen Ländern angepasst. Wir haben rasch die notwendigen Massnahmen ergriffen, um unsere Mitarbeitenden, Kunden und Lieferanten zu schützen und gleichzeitig, mit einem konsequenten Kostenmanagement, unsere Lieferketten und unsere operative Geschäftstätigkeit aufrechtzuerhalten. Dank unserer hohen Umsetzungsgeschwindigkeit und der Nähe zu unseren Kunden in allen Ländern konnten wir Geschäftschancen nutzen und weitere Marktanteile hinzugewinnen. Ich danke allen unseren Mitarbeitenden weltweit für ihren grossartigen Einsatz und ihre Fokussierung auf unser Business in dieser schwierigen Zeit."

GESTEIGERTE MATERIALMARGE – STARKER FOKUS AUF GELDFLUSS UND LIQUIDITÄT
Die reduzierten Umsätze in den Monaten März, April und Mai hatten einen negativen Einfluss auf die Profitabilität. Dennoch konnte die Materialmarge im ersten Halbjahr auf 54.6% (Vorjahr: 53.8%) gesteigert werden. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) blieb mit einer Marge von 16.4% auf einem hohen Level (Vorjahr: 16.7%) und konnte währungsbereinigt absolut auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden.

Der Betriebsgewinn (EBIT) belief sich auf CHF 410.2 Millionen (Vorjahr: CHF 481.7 Millionen) und ist damit um –14.8% zurückgegangen. Der EBIT wurde durch einen negativen Operating Leverage (März bis Mai), anfängliche Ausgaben im Zusammenhang mit strukturellen Anpassungen und effizienzsteigernden Massnahmen sowie Integrationskosten im Zusammenhang mit der Parex Akquisition, beeinflusst. Der negative Währungseffekt betrug –6.1%, was den EBIT mit CHF 29 Millionen zusätzlich belastete.

Ein starker Fokus auf Liquidität und Cash-Management führte zu einem hohen operativen freien Geldfluss von CHF 254.7 Millionen, damit konnte das Vorjahr um CHF 75 Millionen übertroffen werden. Haupttreiber hierfür waren ein optimiertes Inventar-, ein gezieltes Debitorenmanagement und tiefere Investitionen.

WACHSTUM IN LOKALWÄHRUNGEN TROTZ ZAHLREICHER LOCKDOWNS
Im ersten Halbjahr war ein starker Einfluss der Parex Akquisition mit einem Umsatzeffekt von insgesamt 13.4% sichtbar.

Die Region EMEA konnte beim Umsatz im ersten Halbjahr um 3.2% in Lokalwährung zulegen. Die Region verzeichnet seit Juni wieder ein einstelliges organisches Wachstum, nachdem sich die Situation bereits im Mai gegenüber dem April stark verbessert hatte. In den meisten mitteleuropäischen Ländern wie Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Ländern Osteuropas und Skandinaviens wirkte sich die Pandemie moderat aus. In Grossbritannien und im Nahen Osten zeichnet sich weiterhin ein uneinheitliches Bild ab, dennoch hat sich hier die Lage im Juni leicht verbessert. Die grösste Erholung gegenüber dem Vormonat zeigte sich im Mai in Südeuropa: Die Lockdown-Beschränkungen in Italien, Spanien, Portugal und Frankreich wurden grösstenteils gelockert, und Frankreich beispielsweise verzeichnete bereits im Juni wieder ein Wachstum. In der gesamten Region EMEA können die direkten Vertriebsaktivitäten mit Kundenbesuchen wieder forciert werden. Digitale vertriebsunterstützende Massnahmen, wie beispielsweise Webinare, werden weiterhin für einen engen Kundenkontakt genutzt.

Die Region Americas verzeichnete im ersten Halbjahr ein Wachstum von 2.6% in Lokalwährung. Trotz der hohen COVID-19-Infektionsraten in Mexiko, Brasilien und den USA verzeichnete Sika im Juni in der Region Americas einen Aufwärtstrend. Besonders erfreulich fiel das Ergebnis in Kanada aus, wo ein positives organisches Wachstum erzielt wurde. In den USA blieb das operative Ergebnis im Juni im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Das Distributionsgeschäft verzeichnete sogar zweistellige Zuwachsraten. Am stärksten wirkte sich die Pandemie im Mai auf das Geschäft in der Region Americas aus. Viele Grossstädte in Nordamerika waren von Lockdowns betroffen, und in Lateinamerika wurden die Beschränkungen sogar verlängert. In Lateinamerika bleibt die weitere Entwicklung ungewiss, da in den meisten Ländern noch immer ein vollständiger oder partieller Lockdown gilt, wobei sich Lockerungen und eine erneute Verschärfung der Restriktionen abwechseln.

Im ersten Halbjahr resultierte in der Region Asien/Pazifik ein Wachstum in Lokalwährung von 21.8%. Trotz zahlreicher verlängerter Lockdowns verzeichneten einige Schlüsselländer bereits im Juni wieder Wachstum. Vor allem China konnte mit zweistelligen organischen Zuwachsraten zulegen, und die meisten Zielmärkte sind wieder auf Wachstumskurs. Als ziemlich krisenresistent erwies sich Parex, deren Geschäftsaktivitäten in den verschiedenen Distributionskanälen weniger betroffen waren. In Japan erholte sich das operative Geschäft langsam. In Südostasien blieben viele Länder länger in Lockdowns, während sich die Situation beispielsweise in Vietnam und Thailand schneller positiv entwickelte. Australien konnte im ersten Halbjahr ein organisches Wachstum verzeichnen.

Global Business: Die Automobilindustrie meldete im ersten Halbjahr bei den weltweiten Produktionszahlen einen Rückgang von –35%. Trotz erster Anzeichen einer Erholung im Juni ist von einem längeren Zeitraum auszugehen, bis die Zahlen wieder das Niveau von 2019 erreichen werden. Sika hat deswegen die Geschäftsaktivitäten auf geringere Kapazitätsanforderungen ausgerichtet und in Prozessverbesserungen investiert. Die meisten Automobilhersteller in China, Europa und Nordamerika stellten ihre Produktion über einen längeren Zeitraum ein, wobei die chinesischen Unternehmen die Fertigung als Erste wieder aufnahmen. Seit Mai sind die chinesischen Automobilhersteller wieder auf Wachstumskurs – Kaufanreize sorgen für die entsprechende Nachfrage bei den Kunden. Für das erste Halbjahr resultierte für Sika ein Umsatzrückgang in Lokalwährungen von –23.1%, damit entwickelte sich der Konzern weniger stark rückläufig als der globale Automobilsektor.

Trotz Prognosen, die von einem Corona-bedingten Rückgang der Verkaufszahlen in der Automobilindustrie ausgehen, ist Sika davon überzeugt, dass die Megatrends im modernen Autobau – unter anderem die E-Mobilität und Leichtbauweise – dem Konzern helfen werden, weitere Marktanteile zu gewinnen und langfristig profitables Wachstum zu generieren.

AUSBLICK
Trotz der Corona-Krise und deren Auswirkungen auf die operativen Geschäftsergebnisse bestätigt Sika die strategischen Ziele 2023. Das Unternehmen bleibt weiterhin auf langfristigen Erfolg und profitables Wachstum ausgerichtet. Mit dem Fokus auf die sechs Eckpfeiler – Marktdurchdringung, Innovation, operative Effizienz, Akquisitionen, starke Unternehmenswerte und Nachhaltigkeit – will Sika bis 2023 jährlich um 6%–8% in Lokalwährungen wachsen. Ab 2021 strebt das Unternehmen die Steigerung seiner EBIT-Marge auf 15%–18% an. Projekte in den Bereichen Operations, Logistik, Beschaffung und Produktformulierungen sollen zu einer Verbesserung der Betriebskosten von jährlich 0.5% des Umsatzes beitragen.

Im Juni verzeichnete Sika in den Baumärkten einen verhaltenen Aufwärtstrend und die Umsätze kehrten wieder auf ein normales Niveau zurück. Die weltweite Bautätigkeit gewann durch die sukzessive Öffnung der Baustellen wieder an Dynamik.

Für das zweite Halbjahr geht Sika von besseren Marktbedingungen aus. Bei verbesserten Umsätzen erwartet der Konzern eine überproportionale EBIT-Steigerung im zweiten Halbjahr.

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